Sonntag, 16. Dezember 2012

Im Advent

Die Zahl der Kommunionkinder, die zur Godly Play Gruppe kommen hat sich stabilisert und es sind nun im Schnitt zehn Kinder da, Jungs und Mädchen.
Schön war die Adventseinheit in dieser Woche. Mehrere Kinder haben sie im Freispiel nachgespielt; mit viel Freude beim Entzünden und Verlöschen der Kerzen. Zwei Mädchen haben in der Wüstenkiste eine neue Glaubensgeschichte entwickelt. Auch Malen war hoch im Kurs.
Das Schaf wurde zum Gebet herumgereicht
Das Fest war adventlich karg mit Sesamstangen und Wasser. Schön war auch wieder die gemeinsame Gebetszeit, in der sich die Kinder immer mehr Zeit für das persönliche, stille Gebet nehmen.

Donnerstag, 15. November 2012

Schöpfung parallel

Heute startete meine neue Kommunionkindergruppe. Es kamen drei Jungs - ein Anfang. Das schönste war, heute zu erleben, wie der Übergang von Wondering zum freien Spiel geschah. Nach der Frage was man denn weglassen könne, begannen die Kinder miteinander darüber zu sprechen, ob nicht die Reihenfolge der Tafeln verändert werden müsse. Dann wurde ausprobiert und unterschiedliche Varianten wurden gelegt. Alle waren engagiert beteiligt. Dann wurde noch der zweite Satz Schöpfungstafeln aus dem Regal geholt und parallel dazu gelegt und verglichen - sehr spannend. Ich habe mich total gefreut zu sehen, wie die Energie des Wonderings in das Spiel umgeleitet wurde. Dann konnte ich mich zurücklehnen und einfach zuschauen, was geschah, wunderbar!

Montag, 22. Oktober 2012

"Weltliche" Gleichnisse - Was steckt da drin?


"31 x Was steckt da drin?" heißt dieses Buch der französichen Autorin Cecile Boyer.
Gezeigt wird zum Beispiel eine Schachtel, in der sich beim Umblättern dann (französische) Törtchen und Kuchen befinden. Die "richtige" Antwort auf die Frage "Was steckt da drin?" ist dann aber:
Ein schönes Essen mit Freunden!
Ein schönes Beispiel für ein Gleichnis-Wondering in einem anderen, säkularen Bereich. Ich habe das Buch für meinen Godly Play Raum als Vertiefungsmaterial für Gleichnisse gekauft.

Samstag, 29. September 2012

Zurück von der Godly Play Europakonferenz

Vom 20.-24.9.2012 fand auf Burg Bodenstein die Godly Play Europakonferenz statt. Es war hoch interessant, Godly Play Erzähler/innen aus 12 Nationen zu treffen und sich mit ihnen über die Lebensdimension des Spiels auszutauschen, neue Geschichten zu sehen, neue Kontakte zu knüpfen.
 Noch mehr über die Konferenz findet sich in meinem Konferenzblog
Einen englischen Bericht und weitere Photos sind auch bei Sheila zu sehen.

Dienstag, 11. September 2012

Taufvorbereitung

Seit kurzem bereite ich einen jungen Tschechen auf die Taufe vor. Er ist zwar schon seit ein paar Jahren in Deutschland aber die deutsche Sprache fällt ihm immer noch schwer. So habe ich begonnen auch hier mit Godly Play zu arbeiten. Zum Thema "Ich glaube an Gott den allmächtigen Vater, Schöpfer des Himmels und der Erde" habe ich den ersten Schöpfungsbericht erzählt. Zusammen mit seiner Schwester und seinem Schwager kamen wir in ein intensives Ergründen. Lange haben wir darüber gesprochen, welche Position der Mensch in der Schöpfung hat und wie wichtig Licht und Orientierung in unserem Leben sind. Eine schöne Erfahrung.

Europakonferenz auf Burg Bodenstein

Am 20.09. 2012 beginnt auf Burg Bodenstein die Godly Play Europakonferenz. Hier http://godlyplay-burg-bodenstein.blogspot.de/ findet sich mein Konferenz-Blog. Viel Freude beim Lesen.

Freitag, 29. Juni 2012

Kinder erzählen Geschichten

Bislang kannte ich es nur aus der Literatur, konnte es jetzt aber erstamls selbst erleben: Kinder erzählen Kindern Godly Play Geschichten!
In der gestrigen Kreativphase hat einer der älteren Jungs den anderen Kindern die Geschichte von der Arche Noah erzählt. Und ich war wirklich baff, wie gut er diese Geschichte, die er vielleicht vor einem Jahr gehört und gesehen hat, noch kannte und auch mit den passenden Gesten erzählen konnte. Mit ein wenig Unterstützung meinerseits haben wir sogar noch ein Wondering mit den anderen Kindern gemacht. Das macht Freude!

Dienstag, 26. Juni 2012

Johanniter Tag 2012

Wie das DRK haben auch die Johanniter eine Reihe von Kindertagesstätten
Auf Einladung der Zeitschrift "was + wie", eine Fachzeitschrift für Erzieherinnen aus dem Gütersloher Verlagshaus, konnte ich einen Godly Play Workshop im Rahmen des Johanniter Tages 2012 anbieten. Die Johanniter organisierten als evangelischer Träger von Kindertagesstätten einen Fachkongress für Erzieherinnen zum Thema "Partizipation von Kindern". Am Nachmittag sollten Workshops die Gedankes des Vortrages am Vormittag vertiefen.
"Fokusregal" in der historischen Stadthalle
35 Teilnehmer und Teilnehmerinnen hatten sich dann in einem Saal der historischen Stadthalle Wuppertals zum Godly Play Workshop eingefunden.
Die präsentierte Geschichte war die Exodus-Erzählung. Diese Erzählung bietet schon während des Erzählens viele Möglichkeiten, die Kinder aktiv zu beteiligen. Es war interessant, auch die anderen Godly Play Teile einmal unter diesem Fokus zu betrachten: An welchen Stellen sind die Kinder eingeladen, sich zu beteiligen, sei es verbal oder auch nonverbal? Darüber hinaus wurde intensiv darüber gesprochen, ob wir Kindern die grausamen Teile dieser Exodus-Erzählung zumuten können und wollen. Es gab eine lange Diskussion, ob und wie Gott in unser Leben eingreift.
Ich persönlich denke, das wir unseren Kindern das schon zumuten können (im Sinne der Resilienzstärkung). Das Leben ist keine Blumenwiese und es sind eher die Probleme der Erwachsenen (Ist Gott gut und gerecht?), die hier zur Sprache kommen, als die Fragen der Kinder. Die haben in der Regel kein Problem damit, dass die Erstgeborenen umkommen und Gott Ross und Reiter ins Meer wirft. Trauen wir den Kindern und den Geschichten!

Mittwoch, 6. Juni 2012

Godly Play im Kinderpastoralen Zentrum des Erzbistums Köln

Godly Play findet sich nun auch im Kinderpastoralen Zentrum des Erzbistums Köln, in der Bildungsstätte Steinbachtalsperre. http://www.bildungsstätte-steinbachtalsperre.de/

Im April fand dort ein Erzählerkurs u.a. für die Referentinnen und Referenten des Hauses statt. Außerdem waren eine Gemeindereferentin und ein Pastoralreferent aus dem Bistum Trier dabei. Für mich war es der erste Kurs mit Anne Ebers als Co-Referentin; sie ist Godly Play Fortbildnerin und Gemeinde- und Motessoripädagogin aus Dresden.

Besonders freut mich, dass nun so viele Schüler und Jugendliche, Lehrer und Lehrerinnen zumindest einen Erstkontakt mit Godly Play haben werden. Außerdem könnte Interessierte aus der Region sich in der Bildungsstätte (nach Absprache) mit dem Godly Play Material vertraut machen.

Dienstag, 22. Mai 2012

Godly Play Film fertig

Nun ist es endlich soweit: Der Godly Play Film ist fertig und kann hier angeschaut werden: http://www.youtube.com/watch?v=vekYEnuYnw0http://www.youtube.com/watch?v=vekYEnuYnw0
Es sind auch Kinder aus Neuss dabei :-)

Mittwoch, 2. Mai 2012

Die Taufe


Die Vorbereitung meiner sechs Jungs (9 Jahre alt), die sich auf ihre erste heilige Kommunion vorbereiten, endete nun. Die letzte Stunde sollte sich mit der Taufe beschäftigen und so die Überleitung für ihr Fest, das sie jetzt in der Osterzeit feiern, sein. ...

Mehr dazu findet sich in Sheilas außergewöhnlichen Godly Play Blog, in dem ich mich mit einem Gastbeitrag in ihrer Osterzeitreihe beteiligen konnte. Vielen Dank dafür. Zu sehen ist dort auch ein Exemplar unserer Projekts für die Kreativzeit: eine Holy-Stars Sammelkarte von St. Martin. 
Im Blog findet sich außerdem ein weiterer interessanter Gastbeitrag von Storyteller, einer Erzählerin aus Finnland. Viel Freude beim Lesen!


Montag, 16. April 2012

Der tiefe Brunnen

Es gibt zwei Vertiefungseinheiten für Gleichnisse im Godly Play. Eine der beiden hat den Titel "Der tiefe Brunnen". Es handelt sich dabei um ein rabbinisches Gleichnis, in dem ein Mensch zu einem Brunnen in der Wüste gelangt und dort einen rostigen Eimer und goldene Schnüre entdeckt. Er läßt sich Zeit, gut hinzuschauen, er fragt sich was das wohl sein könnte und knüpft die Seile zusammen, um an das Wasser im Brunnen zu gelangen. Dann geht er weg und läßt Eimer und Seile zurück. In einem Alternativende löst er die Seilstücke wieder voneinander und läßt alles zurück wie er es vorgefunden hat, damit der nächste das Geheimnis selber entdecken kann.
Im Rahmen von Familienexerzitien für pastorale Dienste habe ich letzte Woche dieses Vertiefungs-Gleichnis gespielt. Die Teilnehmer waren weitestgehend Godly Play unerfahren, fanden aber gut in das Gleichnis und seine Fragen hinein. Intensiv besprochen wurde die Frage, welches Ende denn das "Bessere" sei. Immer noch präsent ist mir eine Äußerung eines Mädchens, das meinte, dass Gott wohl gewollt habe, dass der Mensch die Schnüre findet. Welch schöner Blick auf die göttliche Vorsehung! Ohne jemals Godly Play gemacht zu haben, hat sie den Einleitungssatz der Gleichniskisten vorweggenommen und erkannt, dass Gleichnisse Geschenke sind, Geschenke Gottes auf unserem Wüstenweg.

Montag, 26. März 2012

Vor Ostern

Heute habe ich mit meinen Kommunionkindern die Reihe der Gesichter Christi abgeschlossen; eine gute Vorbereitung auf Palmsonntag und die Karwoche. Das Wondering war sehr schön und intensiv. Mittlerweile sind die Kinder gut darin geübt, auch sich in den Geschichten zu sehen.
Auch das gemeinsame Gebet ist sehr schön. Die Kinder beten für Kranke, danken für das Essen, beten still, ganz frei und unbefangen.
In der Freiarbeit gestalten einige Jungs Sammelkarten mit Heiligenbildern - in Anlehnung an die "Star Wars Sammelbilder". Ich suche noch Ideen für die "Bösen". Gibt es jugendfreie Darstellungen der Todsünden?

Dienstag, 13. März 2012

Jesus in der Pubertät

Was macht das mit Gott, wenn sein Sohn in der Pubertät ist? Seine irdischen Eltern hatten damit wohl genug zu tun.
Den Kindern meiner Kommuniongruppe habe ich am Montag die ersten beiden Bilder der Gesichter Christi gezeigt. Nachdem das erste die Geburt zeigt und die liebenden Eltern, die das Kinder warm und eng halten, präsentiert das zweite Bild Jesus als 12-jährigen im Tempel. Maria stellt, als sie ihn dort finden, die berühmte Elternfrage: "Warum hast Du das getan?", auf die es ja keine echte Antwort gibt.
Beim Ergründen hat dann ein Junge die Heilige Familie so auf- und dazu gestellt: Maria und Josef stehen mit dem Rücken zur Krippe. Fühlen sich Kinder so in der Pubertät?
Passend dazu die heutige "Tageslosung" vom dänischen Familientherapeuten Jesper Juul auf dem Abreisskalender:
"Jugendliche brauchen die volle Unterstütztung ihrer Eltern vor allem dann, wenn ihr Leben kompliziert und chaotisch wird." Jesus scheint die Unterstützung bekommen zu haben.
Mein 5-jähriger konnte dieses Bild nicht aushalten und hat in wenigen Augenblicken heute morgen das daraus gemacht:
So verändern sich die Kinder!

Montag, 5. März 2012

In der Beichtvorbereitung

Im Rahmen meines Projekts "Godly Play im Rahmen der Vorbereitung auf die  Erstkommunion", musste ich eine eigene Einheit für die Beichte entwickeln, da es diese im Godly Play Universum noch nicht gab: "Der Weg der Versöhnung".
Ich entschied mich, sie im liturgischen Genre zu plazieren. So ist dann die Unterlage die gleiche grüne Filzunterlage, wie in den Einheiten über den Gottesdienst bzw. die Einheit über Weltweite Gemeinschaft der Christen (Eucharistie). Im biblischen Hintergrund finden sich vier Personen aus AT und NT, die in besonderer Nähe zu Gott standen und trotz ihres Bundes mit Gott schuldig wurden: Adam (und Eva) - Noah und seine Familie - Abraham - Petrus.
Parallel zu diesen Personen, ihrem Nah- und Fernsein von Gott, stehen vier Stationen des Versöhnungsgweges:
- Besinnen und Nachdenken
- Mit dem Priester sprechen und seine Sünden benennen und bereuen, dann Vergebung empfangen
- Gott danken, die Vergebung genießen
- Neu anfangen.

Im Hintergrund sieht man auf dem Photo auch noch die "Beichtscheibe". Sie funktioniert in etwa wie ein Gewissenskompass. Durch ein kleines Loch in der Mitte kann man drei vier Fäden ziehen, die man dann wie Lesezeichen in eingeschnittene Kerben klemmen kann. Die Beichtscheibe können die Kinder zum Tag der Versöhnung mitbringen, an dem sie zum ersten mal beichten werden.

Die Fragen im Wondering waren:
- Ich frage mich, ob ihr schon einmal Versöhnung erfahren habt?
- Ob die Menschen wohl glücklich sind? (Die Kinder haben daraufhin die Figuren noch einmal enger zusammen gestellt, damit sie auch miteinander Gemeinschaft haben und näher an der Mitte - Gott - sind.)
- Ich frage mich, was ihr euch wohl noch fragt?

Im Nachgang habe ich Stunde genossen. Sie ist sicher noch entwicklungsfähig, aber so muss vor mehr als 30 Jahren Godly Play begonnen haben: Eine Idee wird mit einfachen Mitteln umgesetzt und durch die Reaktionen der Kinder laufend verbessert. In einem nächsten Durchgang könnte z.B. die Farbe Violett als liturgische Bussfarbe noch einen Platz im Bild finden.